Wegstrecken

TypologieRundfahrten in der Stadt

Ein Tag in Varallo


Begeben wir uns zusammen auf einen kleinen Stadtrundweg, um Varallo zu entdecken. Was man an einem Tag in der historischen und kulturellen Hauptstadt des Valsesia machen und sehen kann:


Historische Villen und die Collegiata San Gaudenzio


Wir starten an der Baumallee des Corso Roma mit seinen prächtigen Villen, in denen heute Behörden und Verbände untergebracht sind: Villa Virginia und ihr charakteristischer Turm sowie ihren aus Kunstmarmor aus Rima verzierten Wänden, dann der maurisch anmutende Stil derVilla Barbara und schließlich Villa Durio mit ihren mit Stuck und Fresken verzierten Innenräumen. Fast am Ende des Corso Roma führt uns das ehemalige Ursulinen-Kloster linkerhand zur Piazza Vittoria Emanuele II.


Hier fällt der Blick sofort auf die über uns ragende „Collegiata di San Gaudenzio": Diese auf einem Felsvorsprung thronende Stiftskirche erreicht man über eine imposante Treppe, die zum herrlichen Bogengang führt. Von hier aus kann man nach unten auf den Platz mit dem Stadttheater blicken und nach oben, um den Sacro Monte von Varallo zu bestaunen.


Das historische Varallo mit dem alten Geschäftsviertel


Dann gehen wir weiter auf der Via Umberto I und biegen in die Via Don Maio, der alten Contrada dei Nobili (Straße der Adligen), um dann zur Via Calderini mit dem Palazzo dei Musei (Museumspalast) zu gelangen. In diesem Museumspalast befindet sich neben der Pinakothek von Varalloauch das Naturkundemuseum „Museo di Storia Natuale Pietro Calderini". Am Ende dieser Straße erreichen wir die Piazza Ferrari, wo wir die Kirche Santa Maria delle Grazie bewundern können. Die auf Wunsch des Begründers des Sacro Monte Bernardino Caimi gebaute Kirche vereint franziskanische Schlichtheit mit gotischen Architekturelementen wie die großen Bögen, die die Decke mit sichtbaren Holzbalken stützen. Vor uns sehen wird dann die sogenannte „Parete Gaudenziana" (Wand von Gaudenzio), eines der wichtigsten Beispiele der piemontesischen Renaissance: 21 Figuren, die Gaudenzio 1513 in Freskotechnik auf die Trennwand zwischen dem offenen Raum der Gläubigen und dem für die Religionsträger vorbehaltenen Raum auf die Wand auftrug. Verlässt man die Kirche befindet sich links die steilste Seilbahn Europas. Diese bringt Sie in neunzig Sekunden auf den Sacro Monte, was Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Sportlich veranlagte Besucher können auch den Fußweg nehmen, auf dem man in 20 Minuten den Sacro Monte erreicht.


Unser Stadtrundgang geht weiter vorbei an dem Haus, in dem Gaudenzio Ferrari eine Zeit lang wohnte, um zu den historischen Straßen, zu den Contrade zu gelangen: Zuerst erreichen wir die Piazza Ravelli (ehemalige Piazza delle Tela), dann die Via Albertoni (zuvor Contrade del Vino) und schließlich die kleine geschichtsreiche Piazza San Carlo mit einer unvergleichlichen Aussicht auf den Sacro Monte. Hier befindet sich das Museumshaus „Casa-Museo Cesare Scaglia".


Weiter geht es zur Via Umberto I, vorbei an der Bottega dell‘Artigianato (Kunsthandwerksboutique) und dem Palazzo Racchetti, der heute Sitz der Stadtbibliothek Farinone-Centa ist. Daraufhin kommen wir in die Via Alberganti und somit zum nächsten historischen Stadtteil, der Contrada del Burro. Diese engen Gassen bildeten das Stadtzentrum mit den historischen Geschäftsstraßen, in denen noch heute Strukturen der antiken Stadtbebauung zu finden sind: Höfe, Tore, Fresken und kunstvoll verarbeitete Balkone.


Jetzt gehen wir weiter auf die Ponte Antonini, auf der wir das grüne Wasser des Mastallone überqueren, um das Varallo Vecchio zu entdecken:den ursprünglichen Stadtkern von Varallo.Nach Überqueren der Brücke steht rechts der mit Adelswappen verzierten Palazzo Scarognni d‘Adda, in dem heute dasFischereimuseum „Museo della Pesca" untergebracht ist und viele kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Links steht dagegen die Kirche San Giacomo. An der Kirche vorbei gehen wir die „El Raffa"-Promenade hinunter, flanieren ein paar hundert Meter am Mastallone entlang, wo man sich bei schönem Wetter auch hinsetzen kann, um einen Moment der Ruhe auf der bekannten Varallo Beach zu genießen.


Dann überqueren wir erneut die Brücke und bewegen uns in Richtung Via Osella. Diese entstand 1838, um die Zufahrt der Pferdekarren in den Stadtkern zu erleichtern, da sie bis dahin immer die engen historischen Gassen durchqueren mussten. Dann erreichen wir die Piazza Calderini und gehen in der Via Draghetti an den ehemaligen Gefängnissen „Carceri Monumentali" vorbei zum Sottoriva-Viertel, das seine mittelalterlichen Ursprünge vollständig bewahren konnte.Geht man hier eine der vielen Gassen nach oben, erreicht man nach wenigen Metern die Piazza Vittorio Emanuele II.


Außerhalb des Zentrums


Außerhalb des historischen Stadtzentrums verbirgt Varallo weitere Schätze: Die mit herrlichen Fresken von Ferrari verzierteKapelle Madonna di Loreto an der Kreuzung mit der Straße nach Civiasco; die Kirche San Marco, die älteste Kirche des Tales mit wertvollen Fresken von Giulio Cesare Luini; das Energiemuseum „Museo dell’Energia" und das ehemalige Hydrotherapiezentrum, das in der Belle Époque Anziehungspunkt für den VIP-Tourismus war und heute Sitz der Berufsfachschule IPPSAR ist.


Dieser Stadtrundgang ist eine Gelegenheit, den Sacro Monte, die Architektur vergangener Epochen, ein im Rahmen der WARAL Art Urban Project mit signierten Graffittis verschönertes Stadtambiente zu entdecken.


Haben Sie das Städtchen Varallo ins Herz geschlossen? Dann folgen Sie uns nach Alagna, wo Sie Natur und Tradition ins Staunen versetzen werden.

Sacro Monte di VaralloPonte AntoniniWaral