Entdecken Sie Vercelli

Entdecken Sie Vercelli

Mit ihrem dezenten Charme ist die Stadt Vercelli, die auch als die „europäische Reis-Hauptstadt" bekannt ist, eine der interessantesten Städte des Piemont und sicherlich eine der reichsten an Kunstschätzen und Meisterwerken. Lassen Sie sich bei einer Stadtbesichtigung überraschen.

Vercelli: Eine Reise durch Kunst und Kultur

Die Abtei St. Andrea

Seit über 800 Jahren ist sie das Symbol der Stadt. Die Abtei St. Andreaist ein außergewöhnliches Beispiel für die Verschmelzung romanischer und gotischer Elemente. Diese zwischen 1219 und 1227 auf Wunsch von Kardinal Guala Bicchieri errichtete Abtei fasziniert durch ihre eindrucksvolle Frontseite mit der herrlichen Rosette und den edlen Lünetten über den drei Portalen und einem überraschenden Innenraum, der nüchtern und elegant in drei Schiffe mit Kreuzgewölbe, hohem Querschiff und weitem Chor aufgeteilt ist. Die Abteikirche verbirgt neben dem herrlichen Kreuzgang einen der schönsten Kapitularsäle Italiens, in dem 1310 unter Beisein von Heinrich VII der Friedenspakt zwischen den Guelfen und den Ghibellinen von Vercelli unterzeichnet wurde.

Die Kathedrale St. Eusebio

Das zweite Wahrzeichen der Stadt, die beeindruckende Kathedrale St. Eusebio, wurde als Friedhofsbasilika wahrscheinlich von Eusebio, dem ersten Bischof von Vercelli, erbaut und im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut. Sehenswert ist die Frontseite im Barockstil aus dem 18. Jahrhundert mit ihrer großen, im 19. Jahrhundert darüber gebauten Kuppel und dem mittelalterlichen Glockenturm.Im Inneren hängt in der Mitte des Hauptschiffes ein herrliches Kreuz aus Silberlaminat der ottonischen Epoche, die als eines der wichtigsten Exemplare der mittelalterlichen Sakralkunst gilt.

Die Kirche St. Cristoforo

Die Kirche St. Cristoforo ist ein kleines Schmuckstück, in der sich einige wertvolle Werke des talentierten Gaudenzio Ferrari befinden. Die auch als die Sixtinische Kapelle von Vercelli bekannte Kirche ist vollkommen mit Fresken bedeckt und zeigt im Inneren einige wichtige Meisterwerke der piemontesischen Renaissance, wie den Altarflügel der Madonna degli Aranci (Madonna der Orangen), die Lebensgeschichte von Maria Maddalena, die Lebensgeschichte der Jungfrau Maria, die Kreuzigung und die Himmelfahrt der Heiligen Jungfrau.

Die Museen von Vercelli

In Vercelli befindet sich das „Museo Borgogna" (Borgogna-Museum), das rund 800 Ausstellungstücke wie Einrichtungsgegenstände, Gemälde und Skulpturen von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert aufbewahrt. Das Domschatzmuseum (Museo del Tesoro del Duomo) hütet dagegen eine unglaubliche Sammlung an Sakralobjekten, darunter die wichtigsten handschriftlichen Kodexe der Welt wie das „Vercelli Book", das vollkommen in altenglischer Sprache verfasst ist. Ein unbedingtes Muss sind auch das Leone-Museum (Museo Leone) mit seiner außergewöhnlichen Sammlung an Waffen, Manufakten, Einrichtungsstücken und anderen wichtigen historischen Ausstellungstücken zur Geschichte der Stadt Vercelli, das MAC (Archäologische Museum) mit über 600 Ausstellungsstücken aus der romanischen Epoche und der Darstellung der Geschichte des alten Vercellae.

Der historische Stadtkern von Vercelli: mittelalterliche Türme, Plätze und Adelspaläste

Das historische Stadtzentrum besteht aus Geschäftsstraßen, Gassen und Plätzen aus vergangenen Jahrhunderten, in der noch heute deutliche Spuren der ehemaligen Stadtbebauung sichtbar sind. In der Stadt Vercelli, die im Mittelalter als eines der wichtigsten Zentren Norditaliens galt, sind einige der alten Strukturen aus jener glorreichen Vergangenheit noch bis heute unverändert geblieben. Die auffallendsten sind zweifelsohne die mittelalterlichen Türme, die Symbol für die bürgerliche Macht der Familien waren, und Vercelli zur einzigen mit Türmen versehenen Stadt des Piemonts machten. Einer davon, ist die prachtvolle Torre dell'Angelo, deren Name mit vielen Legenden belegt ist und am zentralen Piazza Cavour steht. Die Piazza war schon immer das wirtschaftliche Zentrum der Stadt und wahrscheinlich auch Sitz des römischen Forums. Sie ist vollkommen mit Säulengängen umgeben und erhielt ihren Namen vom Denkmal des Grafen Camillo Benso Conte di Cavour in ihrer Mitte. Nicht weit davon befindet sich die Piazza Palazzo di Città, die auch unter dem Namen Fischplatz bekannt ist, da hier einst der Fischmarkt abgehalten wurde. Hier ist auch der alte Broletto (eine ummauerte Versammlungsstätte) zu finden, der zwischen dem 13. und 19. Jahrhundert Sitz des Stadtrates war.Etwas weiter an der Via Duomo stehen einige der schönsten Adelspaläste der Stadt. Erwähnenswert sind der Palazzo De Rege Thesauro mit einer vollkommen aus Terrakotta verzierten Fassade, der Palazzo Avogadro della Motta, in dem Napoleon zweimal verweilte, und Palazzo Buronzo d'Asigliano, ein herrliches Beispiel neoklassizistischer Architektur. Weitere interessante Adelspaläste stehen am Corso Libertà, der wichtigen Einkaufsstraße, die das gesamte Stadtzentrum durchquert. Hier sind die Casa Centoris und Casa Tizzoni, die beide Festen Häuser aus dem Mittelalter mit ihren eleganten Höfen im Bramaterra-Stil und einem freskenreichem Saal sind. Unbedingt sollte man durch die eindrucksvollen Gassen der Via Foa schlendern, die einst das jüdische Stadtviertel bildeten, und wo heute eine herrliche Synagoge in maurischem Baustil bewundert werden kann.

Önogastronomie

Die Provinzhauptstadt besitzt aber nicht nur Kunstschätze und Meisterwerke.Auch die lokale Gastronomie, überrascht angenehm mit ihrer Einfachheit und Schmackhaftigkeit und stellt selbst die anspruchsvollsten Gaumen zufrieden. Unbedingt zu kosten sind,die Panissa, ein typisches Reisgericht mit Bohnen, d’la duja-Salamie und Speckschwarte, die Bicciolani, mürbe Kekse mit Zimt-, Nelken- und Koriandergeschmack und die vollmundigen Rotweine aus den Weinbergen von Gattinara, die aufgrund ihrer Ausgewogenheit und Harmonie als die besten Weine Italiens gelten.

Die Radwege der Reisfelder und der Frankenweg

Für die Freunde des Slow Tourism und der Outdoor-Aktivitäten bietet Vercelli einige Routen zu Fuß oder mit dem Fahrrad, die entlang der Straßen des Reises zur Entdeckung des faszinierenden Panoramas des „Mare a Quadretti" (Meer aus Quadraten), das die Stadt umgibt, einlädt. In diesem an architektonischen, landschaftlichen und bautechnischen Wasserwerken reichen Gebiet begeistern die Reisfelder zu jeder Jahreszeit mit atemberaubenden Panoramen.

Für Radfreunde bieten die Fahrradwegen „Risaie ciclabile" mehrere Routen: Sie sind ideal, um das Vercellese und ihre Schätze wie die Grangien, die Naturparks und die vielen landwirtschaftlichenUnternehmen und Reismühlen, die sich seit Generationen dem Reisanbau widmen, zu entdecken.

Wer gern wandert, kann hier eine der Strecken der „Via Francigena", dem Frankenweg, zurücklegen. Vercelli war schon immer eine wichtige Etappe des Pilgerweges nach Rom, der für alle begehbar ist, und stellt eine alternative Art zum Kennenlernen dieses reichen Gebiets darstellt.

Kathedrale St. EusebioAbtei von Sant'AndreaKirche von San CristoforoEngelsturm