Entdecken sie Varallo

„Die Lage dieser Stadt mit dem berühmten Sacro Monte schenkt einzigartige und interessante Anblicke, die sich niemand entgehen lassen sollte. Zusammen mit seinen alten Häusern und seinen vegetationsreichen Hängen ergibt sich ein Gemälde, das nur wenige Maler nicht ihr eigen nennen wollten":

So beschrieb der Murray-Reiseführer die Stadt Varallo Mitte des 19. Jahrhundert, als dieser Reiseführer die Pflichtlektüre für englische Touristen war, die in die Alpengebiete reisen wollten. Seitdem ist ein Jahrhundert vergangen, doch diese kurze Beschreibung trifft immer noch auf diese Stadt zu.

Varallo: Eine Reise zwischen Kunst und Kultur

Der Sacro Monte von Varallo

In Varallo befindet sich der älteste Sacro Monte Norditaliens (1491), der seit 2003 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Sein Bau wurde vom Mailänder Franziskanermönche Bernardino Caimi gewollt und gebaut, der damit die Heiligen Stätten Palästinas in einer Zeit nachbilden wollte, als die Kreuzzüge die Pilgerreisen in dieses ferne Länder unmöglich machten. Im 17. Jahrhundert wurde der Sacro Monte erweitert.

Der Sacro Monte von Varallo besteht aus vierundvierzig mit Fresken verzierten Kapellen und einer Basilika, die im herrlichen Grün des Naturparks verteilt stehen.

Am Sacro Monte arbeiteten über die Grenzen des Valsesia hinaus bekannte Künstler und Handwerker aus Varallo: Zu erwähnen sind Gaudenzio Ferrari, Giovanni d'Enrico, Antonio d'Enrico (alias Il Tanzio oder Tanzio von Varallo), Il Tabacchetti und Francesco Mazzucchetti (alias Il Morazzone). Ihre Meisterwerke sind im Inneren der mit Fresken verzierten Kapellen zu finden, die den Rundweg über Straßen und Plätze säumen, und die mittels der über 4.000 in Freskotechnikaufgetragenen Figuren und den über 800 Statuen, die Szenen aus dem Evangelium darstellen, bereichert wurden.

Die Kirchen von Varallo

Wenn man über die Meisterwerke der Kunst in der Stadt Varallo spricht, ist vor allem Gaudenzio Ferrari zu erwähnen: Der wichtigste Exponent der piemontesischen Malerschule des 16. Jahrhunderts war der Stadt Varallo besonders verbunden, in der er lange lebte und die ihn mit den wichtigsten Kunstwerken beauftragte. Hervorzuheben ist der Flügelaltaltar in der Collegiata di San Gaudenzio, einer herrlichen auf einem Felsvorsprung errichteten Stiftskirche, zu der man über eine beeindruckende Treppe gelangt, die den Vittorio Emanuele II gewidmetem Hauptplatz der Stadt beherrscht. Weitere Werk von Gaudenzio sind in der Kirche Santa Maria delle Grazie die große Freskenwand, auch „Parete Gaudenziana" genannt, mit 21 Szenen aus dem Leben Jesu Christi, und einige Fresken in der faszinierenden Kirche Madonna di Loreto, einer kleinen Kapelle am Beginn der Straße nach Civiasco, nicht weit vom Stadtzentrum von Varallo.

Die Museen

Neben der Pinakothek, die Gemälde des Piemonts und des Valsesia aus dem 15. bis 20. Jahrhundert ausstellt, beherbergt der Palazzo dei Musei (Museumspalast) auch das Naturkundemuseum „Museo di Storia Naturale Pietro Calderini", das sich mit der naturwissenschaftlichen und geologischen Geschichte von Varallo und des Valsesia befasst. Doch die Stadt Varallo verbirgt noch weitere Museen: das Museumshaus Cesare Scaglia mit Werken, Einrichtungsgegenständen, Büchern, Schmuck und Erinnerungen des Künstlers; das Energiemuseum „Museo dell’Energia", das die Gelegenheit bietet, Dampfmaschine darunter auch die größten Europas zu betrachten, die bei der Baumwollverarbeitung eingesetzt wurden; das Fischereimuseum „Museo della Pesca", in dem antike Angelausrüstungen gezeigt werden, die für die verschiedenen Fischfangtechniken des Tals beispielhaft sind, und die Besonderheiten der lokalen Wasserfauna aufzeigt werden; das Museum „Museo Comola" zur Ehren von Ignazio Giovanni Comola mit seinen Porträtölbildern, Ansichten auf Rom, verschiedene Objekte und Erinnerungsstücke der Familie; und schließlich noch das Eisenbahnmuseum „Museo Ferroviario Valsesiano", das der Geschichte der Eisenbahn, ihrem Vermögen und ihrer Bedeutung im Tal gewidmet ist und die Erinnerung daran bewahren möchte.

Auch zeitgenössische Kunst findet in Varallo ihren Platz: das WARAL Art Urban Project ist eine Initiative, die signierte Wandmalereien für einen Dialog mit der reichen Kulturtradition des Ortes im Stadtzentrum entstehen lassen möchte.

Historische Architektur

Die Altstadt umfasst die Geschäftsstraßen früherer Jahrhunderte, den sogenannten historischen Contrade (Straßenzüge), in denen noch eindeutige Spuren der ehemaligen Stadtbebauung sichtbar sind und die durch Höfe, Tore, Fresken und Balkone bereichert wurden. Hier können auch einige der historischen Wohnsitze besichtigt werden: Insbesondere der Palazzo Scarognini D’Adda aus dem 15. Jahrhunderts und der im 17. Jahrhundert renoviert wurde, der Palazzo Racchetti, der heute Sitz der Öffentlichen Bibliothek Farinone-Centa ist und an ein antikes Stadtviertel um die ehemaligen Gefängnisse Mandamentali grenzt. Die engen Gassen werden immer wieder durch architektonische Öffnungen mit Blick auf Geschäfte und Bogengänge unterbrochen. Am mitten durch das Stadtzentrum verlaufenden Corso Roma steht der ehemalige „Convento delle Orsoline" (Ursulinenkloster) aus der Renaissance, der in den darauffolgenden Jahrhunderten umgebaut wurde, sowie die majestätischen Villen aus dem 19. Jahrhundert, die das hohe kulturelle Niveau der Stadt im 19. Jahrhundert bezeugen.

Handwerk und Önogastronomie

In der „Bottega dell’Artigianato" (Kunsthandwerksboutique) werden die typischen handwerklichen Manufakte des Valsesia dargeboten: vom „Puncetto", einer in ihrer Art einmalige Spitzenhäkelei mit Baumwollfaden und einer Nadel, dem „Scapin", den für das Tal typischen warmen und widerstandsfähigen Pantoffeln der Walser, bis hin zur Holzschnitzerei und den Arbeiten aus Speckstein.

Die typische Kulinarik besteht aus der Vereinigung der Geschmäcker und Aromen der Produkte der Region: der Reis aus der Vercelli-Ebene, der robuste Rotwein von den Weinbergen in Gattinara, des Bramaterra und der Coste della Sesia sowie die Käsesorten des Valsesia, von denen besonders die exquisiten Almkäsesorten hervorzuheben sind.

Sportliche Aktivitäten

Für Sportbegeisterte und Outdoor-Freunde bietet Stadt Varallo und ihre Umgebung ideale Landschaften, um den Drang nach Bewegung unter freiem Himmel auszuleben.

Für Wander- und Trekkingfreunde jeden Alters und Fähigkeit stehen vom Alpenverein von Varallo gut markierte Wege auf mittlerer Höhe zur Verfügung.

Zudem befinden sich in diesem Gebiet zwei geologische Stätten des Supervulcano del Sesia, die ins Internationale Netz der UNESCO Geoparks aufgenommen wurden.

Berühmt sind auch die Wasserläufe des Tals: So gibt es im Fluss Sesia ideale Abschnitte für Fluss-Sportarten wie Rafting, Kanu und Kayak für Experten sowie für diejenigen, die diese zum ersten Mal testen möchten.

Zudem ist der Fluss äußerst fischreich: Abschnitte des Sesia und des Gebirgsbaches Mastallone wurden von der Societa Valsesiana Pescatori Sportivi (Sportanglerverein des Valsesia) unter Schutz gestellt, um einerseits diesen Fischbestand des Sesia und seiner Nebenflüsse zu erhalten sowie andererseits den Anglerfreunden der klassischen Technik und des Fliegenfischens die Möglichkeit zur Ausübung dieses Sports in einer einzigartigen landschaftlichen Kulisse zu ermöglichen.


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