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TypologieRundfahrten in der Stadt

Ein Tag in Vercelli

Auf halben Wege zwischen Mailand und Turin erwartet Sie mit offenen Armen die leicht mit Zug oder Bus erreichbare Stadt Vercelli für eine Tour durch ihr Stadtzentrum zur Entdeckung ihres mittelalterlichen Charmes und ihrer artistischen und kulturellen Schätze. Von der alten Basilika Sant’Andrea, die mit ihrer über achthundertjährigen Geschichte das Wahrzeichen der Stadt ist, zum eindrucksvollen Dom von Sant‘Eusebio läuft man durch geschichtsträchtige Gassen bis zum Mittelpunkt der Stadt: die beeindruckende Piazza Cavour, die zahlreiche Gelegenheiten zum Kosten der Gaumenfreuden mit den vielen gastronomischen Spezialitäten von Vercelli bietet.

Ein Tag, um die europäische Hauptstadt des Reises zu entdecken

Unsere Besichtigungstour der Stadt beginnt natürlich bei ihrem Wahrzeichen, der Abtei St. Andrea, die an einer herrlichen Allee direkt beim Bahnhofs steht. Die zwischen 1219 und 1227 von Kardinal Guala Bicchieri errichtete Basilika ist ein herrliches Beispiel der Kombination lombardisch-emilianischer Romanik mit der gotischen Architektur Frankreichs. In ihrem Inneren verbirgt sie einen der schönsten Kapitelsäle Italiens und einen herrlichen rechteckigen Kreuzgang mit Terrakotta-Rahmen und Gemälden aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts. Vor der Basilika befindet sich der sogenannte Salone Dugentesco, der 1224 vom Kardinal selbst gegründet wurde und der den ältesten Teil des ehemaligen Pilgerhospizes Ospedale Maggiore darstellt, in dem die Pilgerer und Wanderer der Via Francigena (Frankenweg) aufgenommen wurden. Sehenswert sind der Bogengang und der in drei Schiffe geteilte und mit Fresken geschmückte Innenraum, der bei dort stattfindenden Ausstellungen und Veranstaltungen besichtigt werden kann.

Geht man weiter auf der Via Galileo Ferraris erreicht man das Ausstellungzentrum ARCA in der Kirche San Marco, in dem Kulturveranstaltungen und Ausstellungen hohen Niveaus stattfinden. Eine davon ist „La Magna Charta: Guala Bicchieri und sein Nachlass. Europa in Vercelli im 20. Jahrhundert". Anlässlich des 800jährigen Jubiläums der Gründung der Basilika Sant‘Andrea nahm die Stadt Vercelli zum ersten Mal in Italien das Original der Magna Charta in ihrer vom Kardinal Guala Bicchieri unterzeichneten Ausgabe von 1216 auf. Auf der gegenüberliegenden Seite der Piazza steht die Kirche San Bernardo, die Sitz der wichtigen Andachtsstätte Diozöse Maria Salute degli Infermi ist. Geht man weiter, trifft man auf die Kirche San Paolo mit zwei Leinwänden von Lanino, dann auf die Kirche San Cristoforo, die Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut wurde und herrliche Meisterwerke von Gaudenzio Ferrari darunter den Altarflügel Madonna degli Aranci ausstellt, und schließlich auf die Kirche San Lorenzo, die eine der ältesten Pfarrkirchen Vercellis ist.

Die Piazza Cavour: der Treffpunkt der Stadt

Die einst als Piazza Maggiore bekannte Piazza Cavour, zu der die Via Crispi führt, liegt inmitten der Stadt. Heute ist sie der wichtigste Platz und Treffpunkt für alle Bewohner von Vercelli. Überragt wird die Piazza von der Torre dell’Angelo mit ihren Spitzbogenarkaden aus mittelalterlicher Zeit. In der Mitte des Platzes steht das 1854 erstellte Denkmal von Camillo Benso Conte di Cavour. Die Piazza ist der perfekte Ort für ein schmackhaftes Mittagessen auf Reisbasis in einer der traditionellen Gaststätten. Warum ausgerechnet die Panissa? Sie ist das typischste Gericht von Vercelli, das aus Reis, Bohnen, Rotwein und Salami d’la duja zubereitet wird Wenige Minuten in der warmen Frühjahrssonne am Tisch eines der vielen Terrassen-Cafés bei einem Stück Trüffeltorte (Torta Tartufata) oder den Bicciolani-Gewürzkeksen aus Vercelli reichen aus, um sich in diese Stadt zu verlieben.

Wenige Schritte von der Piazza Cavour entfernt befindet sich der antike Broletto, der von 1200 bis 1800 Sitz der Gemeinderegierung war, und einen weiteren bei den Vercellesen sehr beliebten Platz birgt: die Piazza Palazzo Vecchio oder in Umgangssprache "Piazza dei Pesci", was an den einst hier abgehaltenen Fischmarkt erinnert. Den Platz überragt die Torre Civica, der älteste Turm von Vercelli, der eine weitere Bestätigung von Vercellis Ruf als Stadt der Türme ist.

Weiter geht es auf der Via Foa mit der ersten Synagoge, die zwischen 1875 und 1878 in Italien in einem eigenen Gebäude gebaut wurde. Weiter auf dieser Straße gelangt man zur Kirche San Giuliano, die mit Werken von Lanino geschmückt ist, und zur Casa Centoris, die für die Eleganz ihres Innenhofes berühmt ist und deren Renaissance-Fassade erst jüngst restauriert wurde. Gleich hier befindet sich eine weitere wahre Sehenswürdigkeit, der "Volto dei Centori", eine enge, überdachte und sehr fotogene Gasse, die zur Hauptgeschäftsstraße der Stadt, dem Corso Libertà, führt.Etwas weiter auf dem gleichnamigen Platz steht der Palazzo Tizzoni, das Wohnhaus einer der wichtigsten Familien der antiklerikalen Ghibellinen des mittelalterlichen Vercelli. Von besonderem Interesse sind die Fresken in der Eingangshalle, die die einzigen bis heute bekannten profanen Werke von Guglielmo Caccia, alias „Il Moncalvo", sind. Beide Gebäude können nur an bestimmten den Kunstreichtümer der Stadt gewidmeten Tagen besichtigt werden.

Ein unglaublicher Museumsschatz

Entlang des Corso Libertà befindet sich rechts in der Klosteranlage Santa Chiara das Museo Archeologico MAC, in dem Funde der römischen Stadt Vercellae ausgestellt sind. Links davon steht das Museo Borgogna, die zweitwichtigste Gemäldegalerie des Piemonts. Neben der umfangreichen Gemäldesammlung und den Einrichtungs- und Kunstobjekten ist hier eine Sammlung an Gemälden des Rinacimento zu finden, die ab dem 19. Jahrhundert vom Instituto di Belle Arti (Institut der Schönen Künste) gesammelt wurden. Neben dem Museum kann man die gotische Kirche Sant Agnese in San Francesco bewundern. Ein Stück weiter erreicht man nach Überqueren der Piazza San Francesco das Castello Visconteo mit seinem quadratischen Grundriss, mit dessen Bau 1290 begonnen wurde. Es war die erste Residenz der Savoyer, diente dann als Gefängnis und ist seit 1838 Sitz des Gerichtes, weshalb es nicht besichtigt werden kann. Entlang der Via Carducci kann mit einem kurzen Abstecher zur Via Verdi, einer typischen Pflasterstraße mit vielen Kunsthandwerksgeschäften, das Museo Leone erreicht werden. Es befindet sich in der im Renaissance-Stil erbauten Casa Alciati und stellt Funde aus der Alt- und Jungsteinzeit sowie der Bronze- und Steinzeit aus und einen romanischen Saal mit den ältesten Belegen der Stadtgeschichte von Vercelli aus.

Am Ende der Via Verdi trifft man auf das Teatro Civico, dass 1812 bis 1814 erbaut wurde und am 4. Juli 1815 mit der Oper "Evelina" eingeweiht wurde. Auch heute werden hier noch Theaterstücke verschiedener Art aufgeführt.Geht man die Via Monte di Pietà entlang, erreicht man die mit wichtigen historischen Gebäuden bestückte Piazza D’Angennes: So steht hier der Bischofspalast mit dem Museo del Tesoro del Duomo (Museum des Domschatzes), der Kathedrale Sant’Eusebio und dem Seminario Arcivescovile (Bischofsseminar).

Der Palazzo Arcivescovile (Bischofspalast), ein Gebäude im Renaissance-Stil von großem geschichtlichen Wert, beherbergt im Erdgeschoss das Museum des Domschatzes, mit wertvollen Reliquien, Goldschmiedeobjekten, liturgischen Einrichtungsgegenständen und dem „Vercelli Book", ein berühmter Codex aus Pergament in angelsächsischer Sprache aus dem 10. Jahrhundert. Die Kathedrale weist eine beeindruckende Barockfassade auf und wurde als Friedhofsbasilika im 5. Jahrhundert erbaut und dann 1570 neu aufgebaut. Das Seminario Arcivescovile (Bischofsseminar) wurde 1572 gegründet. Hier befindet sich die Biblioteca Agnesiana e Diocesana. Mit einem schnellen kurzen Spaziergang durch die Gärten des Kennedy-Parks im Schatten der hohen Bäume gelangt man wieder den Bahnhof, wo unsere Tour begonnen hat.

 

Sant'AndreaArcaPiazza di SeraDuomo