Schlösser

DIE SCHLÖSSER VON VERCELLI

Das Schloss von Albano Vercellese

Ein Schloss mit einer reichen und bewegten juristischen Geschichte. Seine heutige Form geht auf das 15. Jahrhundert zurück, doch existierte schon zuvor ein Gebäude, über dessen Form die Fachleute sich noch nicht einig sind: Einige gehen davon aus, dass das Originalgebäude eine Fluchtburg gewesen war, andere sind der Meinung, dass es ein anderes Schloss war.

Der ursprüngliche Grundriss war rechteckig mit Ecktürmen und zentralem Hauptturm, der ab dem 17. Jahrhundert mehrmals umgebaut wurde. In der Tat kann man zahlreiche strukturelle Eingriffe feststellen. Quellen aus dem 17. Jahrhundert bezeugen das Vorhandensein eines zwölf Meter breiten Grabens, was sein beeindruckendes Ausmaß erahnen lässt.

Die Familie Arborio aus Gattinara verwandelte das Schloss in einen Herrensitz, von dem heute nur noch der Turm übrig ist.Ab dem 13. Jahrhundert wurde dank zwei vom Sesia abgeleiteter Bewässerungskanäle die Landwirtschaft zur wichtigsten Einkommensquelle des Lehnsgut und nach dem Ausbau der Kanalisierung im 18. Jahrhundert ging man allmählich zur Reismonokultur über.

Das Schloss von Balocco

Die Existenz des Schlosses ist schon seit dem 12. Jahrhundert belegt. Jedoch wurde es mehrmals zerstört und im Laufe der Jahrhunderte wieder aufgebaut. Das letzte Mal Anfang des 15. Jahrhunderts, als man sich für einen viereckigen Grundriss mit vier Seitentürme und den überhöhten für die Schlösser der Ebene typischen Eingangsturm entschied.

Heute ist davon ein viereckiges Gebäude mit Resten des Eingangsturms und den zwei nördlichen Türmen übriggeblieben.

Die hier lange Zeit herrschende Familie Confalonieri gab der lokalen Landwirtschaft vor allem ab dem 15. Jahrhundert den entscheidenden Impuls für den Bau des Balocco-Bewässerungskanals, der vom Fluss Cervo gespeist wird und für die Landwirtschaft von grundlegender Bedeutung war. Mit dem Bewässerungskanal wurde auch eine Mühle als Erleichterung für die Bewohner gebaut, damit sie das geerntete Getreide selbst mahlen konnten.

Das Schloss von Balocco

Der Ort Buronzo, der an einer strategisch optimalen Stelle gelegen ist, begann im 13. Jahrhundert mit dem Bau seines Schlosses. Es entstand eine für das Vercellese seltene Schlossart, das Gemeinschaftsschloss: Ein Komplex aus mittelalterlichen Festen Häusern, deren Verteidigung durch die in jedem Festen Haus vorhandenen Garnisonen sichergestellt war. Die Struktur wurde mehrmals umgebaut.

Im Laufe der Jahrhunderte erlebten die Herren von Buronzo zwar zahlreiche Krisen und Kriege, aber das Schloss verlor schon im 17. Jahrhundert seine militärische Bedeutung.

Das Schloss von Casanova Elvo

Es scheint, dass das Schloss nicht für die Kontrolle eines strategischen Punktes gebaut worden war, sondern für die Aufbewahrung der Ernte. Es sind keine Spuren von einem ursprünglichen bis zum 12. Jahrhundert existierenden Schloss vorhanden, während an dem sichtbaren Gebäude zwei geschichtliche Phasen festgestellt werden können: Die erste im 13. Jahrhundert und die zweite mit einer Gebäudeaufstockung im 15. Jahrhundert. Übrig geblieben sind der viereckige Grundriss mit einem großen Innenhof, ein Eingangsturm aus dem 15. Jahrhundert und nicht weit davon einer alten Festung mit einem teilweise zylindrischen Turm (es scheint, dass im 15. Jahrhundert drei Burganlagen bestanden).

Das Schloss von Collobiano

Es wird davon ausgegangen, dass schon im 12. Jahrhundert eine Art Festung vorhanden war, die später zu einem typischen Schloss der Ebene von Vercelli umgebaut wurde.Heute sind davon noch Spuren der Umbauten aus dem 14. Jahrhundert und später sichtbar. Der älteste Teil, ein umfriedetes Schloss mit Eingangsturm und Umschließungsmauer, wurde durch den Bau von vier Ecktürmen und die Erhöhung der Mauer und des Eingangstors verändert. Heute ist neben diesen zwei Ecktürmen noch ein achteckiger Turm übriggeblieben.

Zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert war Collobiano einer der wichtigsten Hochburgen der Guelfen im Vercellese und aufgrund seiner strategisch günstigen Position wurde es zwischen dem 16. und dem 17. Jahrhundert in die Kriege zwischen den Savoyer, Frankreich und Spanien verwickelt. Bis 1704 wurde es militärisch genutzt, ab 1713 erfüllte es dagegen landwirtschaftliche Zwecke.

Das Schloss von San Genuario, Crescentino

Der Bau des Schlosses steht mit der Familie der Ghibellinen von Vercelli, der Tizzoni, in Verbindung, die im 15. Jahrhundert die Erlaubnis des Papstes für den Bau des Gebäudes zur Verteidigung des Benediktinerklosters im Ort, der Bevölkerung und der Ernte erhalten hatten.

Das Gebiet war nicht nur strategisch wichtig, sondern florierte auch wirtschaftlich: Die Mönche machten das Sumpfgebiet für die Landwirtschaft und Viehzucht nutzbar und bauten Mühlen, Öfen und Fähren über den Po.

Da das Schloss als Herrensitz diente und niemals in Kriegsereignisse verwickelt worden war, ist seine Struktur bis heute vollständig erhalten geblieben: Es hat Charakteristiken aus den Rinascimento, Maschikuli an allen Seiten und, durch eine Kurtine mit der Befestigung verbunden, befindet sich ein zylindrischer Turm.

Das Schloss von Desana

Das im 14. Jahrhundert an einem strategisch günstigen Standort zwischen der Gemeinde von Vercelli und der Markgrafschaft des Montferrato gelegene Schloss weist die typische Form der Schlösser der Ebene auf: viereckig mit zylindrischen seitlichen Türmen. Es war hauptsächlich Eigentum der Familie Tizzoni, die einen Park, einen Fischteich und schöne Gärten darum anlegten. Noch heute sind Spuren vom Graben um das Schloss und das gesamte Dorf zu finden.

Bis 1676 war innerhalb der Mauern eine florierende Münzanstalt im Betrieb, die echte, aber manchmal auch falsche Münzen prägte. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde es umgebaut, wobei das Schloss nur erhöht wurde, der ursprüngliche Grundriss jedoch beibehalten wurde.

Das Schloss von Lenta

Es ist ein seltenes Beispiel für ein befestigtes Kloster, das bis 1572 in seinem Inneren das Benediktiner-Nonnenkloster von San Pietro beherbergte. Danach begann seine Verteidigungsstruktur zu verfallen.

Eine erste Erwähnung des Schloss geht auf das Ende des 12. Jahrhunderts zurück und die Struktur, die einer Fluchtburg ähnelte, umschloss neben dem Kloster auch Wohnhäuser. Das Verhältnis zwischen der Bevölkerung von Lenta und den Nonnen war nicht immer harmonisch und oft von Streitigkeiten gekennzeichnet.

Das Schloss ist immer noch ein beeindruckender Anblick, was auf seine ursprüngliche Funktion als Verteidigungs- und Machtzentrum zurückgeht. Von letzterer Funktion erzählen die noch vorhandenen Fresken, auch wenn ihr Zustand recht kritisch ist.

Das Schloss von Moncrivello

Dieses Schloss wurde auf einer dominanten Position gebaut, so dass man von hier aus bis nach Novara und zum Canavese sehen kann. Erste Erwähnungen dieses Schlossen sind ab dem 13. Jahrhundert zu finden, aber man geht davon aus, dass hier bereits im Hochmittelalter eine Festung stand.

Im Laufe des 16. Jahrhunderts gelang es unter die Herrschaft der Savoyer.Militärisch wurde es hauptsächlich im 17. Jahrhundert genutzt, danach ausschließlich für Wohnzwecke.

Leider zerstörten eine Reihe von Bränden dieses Schloss, doch die darauffolgenden Restaurierungen, wobei die letzten 1972 erfolgten, machten es wieder bewohnbar.

Heute dominiert das Gebäude die Ebene und die doppelte Umschließungsmauer ist Zeuge seiner dominierenden Rolle bei der Kontrolle und der Verteidigung des Territoriums und weist ein sehr altes Zentrum mit zwei Türmen auf.

Schloss Montonero, Vercelli

Ein ländlicher Palast, von dem die ersten Zeugnisse aus dem 14. Jahrhundert stammen, als es unter den Zisterziensermönche zu einer „Grangie", also einem landwirtschaftlichen Betrieb, wurde und zur Aufnahme und Unterkunft von Werkzeugen, Menschen, Tiere und landwirtschaftlichen Produkte diente. Doch waren es auch Orte der Verwaltung des Vermögen und der örtlichen Einnahmen, weshalb eine Verteidigungsfestigung notwendig wurde.

Zeugnisse aus dem 16. Jahrhundert erzählen neben dem Schloss auch von der Präsenz von Mühlen, Häusern, Pisten, Bauernhöfen, von denen man den Anbau von Getreide und Reis annimmt. Die ursprüngliche landwirtschaftliche Funktion änderte sich nicht im Laufe der Jahrhunderte, wogegen das Schloss mehrere Umbauten erlebte.

Schloss von Prarolo

Gebaut wurde es zu einer nicht genau feststellbaren Zeit von den Benediktinermönchen von Santo Stefano. Von dem ursprünglichen Schloss ist nur die Hälfte des gesamten Gebäudes erhalten geblieben: Nur der westliche Teil ist noch in gutem Zustand undein dritter viereckiger Turms wird von zwei Spitztürmen überragt.

Es wurde hauptsächlich für die Landwirtschaft und zur Verteidigung aber nicht für militärische Zwecke genutzt, als im 16. Jahrhundert Federico Borromeo den Bau der Wasserkanalisierung und die Urbarmachung der Sümpfe förderte.

Interessant ist, dass der Anbau von Reis nur an den Stellen mit der dafür geeigneten Geländeform zugelassen wurde, aber auf den restlichen Ländereien verboten wurde, um diese für Weinberge und Maulbeerbäume Maulbeeren vorzubehalten.

Schloss von Quinto Vercellese

Sein Standort ermöglichte die Kontrolle der gesamten Bewegungen in Richtung Norden oder Nordwesten. Wahrscheinlich war das Schloss auch in die Kämpfe zwischen Guelfen und Ghibellini verwickelt, in Brand gesetzt und mindestens dreimal im Laufe der Jahrhunderte bis im 18. Jahrhundert zerstört. Mit der Wiederherstellung des Friedens konnte die Bevölkerung sich dann endlich der Landwirtschaft widmen.

Die ersten Schriftstücke bezeugen seine Existenz im 14. Jahrhundert. Noch heute sind seine Mauern beeindruckend. Das Schloss hatte einen rechteckigen Grundriss und vier rundliche Ecktürme, von denen drei rundliche und ein quadratischer Turm (der als Wohnstätte diente) sowie eine Zugbrücke und ein Graben bis heute überlebt haben.

Schloss von Rovasenda

Bei diesem Schloss konnte sogar das genaue Jahr des Baubeginns nachgewiesen werden: 1170. Das für militärische und verteidigungstechnische Zwecke erbaute Schloss wurde später zu einem Herrenwohnsitz umgebaut und nochmal später zu einem Zentrum für landwirtschaftliche und wirtschaftliche Tätigkeiten.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde es mehrmals erweitert, und in der zweiten Hälfe des 15. Jahrhunderts ein 48 Meter hoher Turm hinzugefügt (einer der höchsten Bauten der ganzen Provinz). Der Turm wurde Anfang des 18. Jahrhunderts durch einen Blitz beschädigt und erst fast zwei Jahrhunderte später repariert.

Schloss von Salasco

Es wird angenommen, dass es zwischen dem 15. und dem 16. Jahrhundert sicherlich zu Verteidigungs- und Wohnzwecke sowie für die Unterbringung von Tieren und Landwirtschaftsprodukten ohne militärische Verwendung erbaut wurde.

Mehrere strukturelle Eingriffe erfolgten an seiner Wehrbefestigung und heute sind drei Flügel und vier runde Seitentürme zu erkennen, mit einem weiten Park, der sich auf den Innenhof erstreckte.

Das Schloss von Vettigné, Santhià

Das nah beim Fluss Elvo gelegene Schloss wurde wohl Anfang des 15. Jahrhundert erbaut und hat viele Ähnlichkeiten mit dem Schloss von San Genuario in Crescentino: Gleiche Form mit einem herausstehenden Maschikuli, Zinnen und Gusserkern.

Das Schloss ist rechteckig mit einem runden und einem quadratischen Eckturm, ein wichtiger Verteidigungspunkt. In seinem Inneren waren eine Mühle, ein Graben und eine Zugbrücke.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde es mehrmals umgebaut. Die letzten Eingriffe gehen auf das 19. Jahrhundert zurück. Es verlor dann immer mehr seine Verteidigungseigenschaften, um sich zu einer landwirtschaftlichen Wohnstätte zu entwickeln, was aufgrund der neuen Berufung des Gebietes für den Reisanbau erforderlich war.

Das Schloss von Villata

Das außerhalb des Stadtzentrums gebaute Schloss entstand wahrscheinlich zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert.

Es hat eine quadratische Form und wurde mehrmals umgebaut. Es hatte einen breiten Graben und eine Zugbrücke. Beim Turm aus dem 15. Jahrhundert erhebt sich ein zylindrischer Turm, auf den eine Glocke gehängt wurde.
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