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TypologieRundfahrten in der Reis

AUF DER ENTDECKUNG DER GRANGiEN UND MITTELALTERLICHER WINKEL ZWISCHEN DEN REISFELDERN

Die Geschichte der Landwirtschaft im Vercellese und die Verwandlung der Auwälder in Reisanbauflächen kann in dem kleinen Landzipfel zwischen Vercelli, Crescentino und Trino, das das Dreieck der Grangien (Getreidespeicher) genannt wird, nachgelesen werden. Auf diesem Rundweg können Sie die ersten Orte, die Reis anbauten, kennenlernen: Die Grangien sind noch heute sichtbare Zeugen dieser geschichtsbeladenen Umgebung. Eine herrliche Reise von der Vergangenheit zur Gegenwart des Reisanbaus im Vercellese, bei der faszinierende mittelalterliche Winkel zwischen den Reisfeldern zu entdecken sind.

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1 Die Abtei von Lucedio

Die antike ab 1875 auch als „Principato di Lucedio" (Fürstentum von Lucedio) bekannte Abtei wurde 1123 auf den Ländereien der Marquis von Monferrato von einer Gruppe Zisterziensermönche aus Frankreich gegründet. Nach mehreren Besitzerwechsel, die zu einer starken Fragmentierung führte, wurde sie 1818 definitiv das Eigentum von Prinz Camillo Borghese, Schwager von Napoleon und damaliger Generalgouverneur des Piemonts, der das Eigentum zum Verkauf in drei Teile geteilt. Heute ist die Abtei zwar ein moderner Landwirtschaftsbetrieb, der besichtigt werden kann, doch ihren mittelalterlichen Flair konnte sie trotzdem bewahren. Nach Durchqueren des Befestigungsrings kann noch die Abteikirche, der eigentümliche Kirchturm, der im oberen Teil achteckig und im unteren quadratisch ist, und der viereckige Kapitelsaal besichtigt werden.

2 Cascina Darola

Dieser nördlich von Lucedio gelegene Bauernhof ist sehr alten Ursprungs. 933 schenkten die Könige von Italien Ugo und Lotario den Markgrafen von Monferrato diese Cascina, die ihr Eigentum dann im Jahr 1123 an Lucedio abtraten: So ging sie als eine der sechs Grangien in den Besitz der Abtei über. In struktureller Hinsicht ist er ein ausgezeichnetes Beispiel einer „Cascina" mit geschlossenem Hof. Diese „Cascina" ist ein gut erhaltener architektonischer Zeuge des Befestigungsprozesses von Darola im 15. Jahrhundert und ihre Besichtigung lohnt sich sicherlich. Durch den viereckigen Turm mit dem originalen Einfahrtstor gelangt man von einem Hof zum anderen.

3 Montarolo, Ramezzana, Castelmerlino, Leri und Montarucco

Die anderen Grangien, die einst zu Lucedio gehörten, stehen in der Nähe des Landwirtschaftszentrums. Während Ramezzana und das sehr panoramareiche bei der Wallfahrtskirche Madonna delle Vigne gelegene Montarolo sich südlich von Lucedio befinden, liegen Leri und Castelmerlino im nordwestlichen Teil des Fürstentums von Lucedio und sind Besitztümer der Familie Benso di Cavour, also der Familie des Staatsmannes Benso Conte di Cavour. Leri war für Camillo Benso ein „Zufluchtsort", eine Umgebung, mit der er sehr verbunden war, und in der auch heute noch eine Atmosphäre des italienischen Risorgimentos zu spüren ist.

4 Der Wald „Sorti della Partecipanza di Trino"

Ein Relikt des ehemaligen Auwaldes, der einst die Poebene bedeckte. Ein Wald, der geschichtlich sehr weit zurückreichende Wurzeln hat und schon den Römern als heilig galt, konnte dank des sehr strengen Verwaltungssystems der mittelalterlichen "Partecipanza" erhalten bleiben.

Der Wald wurde 1991 zum Naturpark erklärt. Aufgrund seines Baumbestandes, den Baumarten und der hier bestehenden Lebensräumen ist er von großer naturalistischer Bedeutung und ein wichtiges geschichtliches und ökologisches Schutzgebiet, von denen es nur noch wenige gibt. Im Wald sind mehrere Wege und ausgestattete Picknickplätze vorhanden.

5 San Genuario

Das landwirtschaftliche Gut San Genuario, das einst Sitz einer Abtei war, ist die älteste Niederlassung von Benediktinermönchen innerhalb der ehemaligen „Foresta di Lucedio" (Wald von Lucedio). Leider ist vom antiken Komplex nur sehr wenig übriggeblieben und diese Reste wurden der Cascina Badia einverleibt. Interessant ist das Schloss aus dem 14. Jahrhundert mit seinem runden Turm mit Festung darum. In der Nähe des Ortes befindet sich das Sumpfgebiet San Genuario: ein Sonderschutzgebiet, das ein wichtiges von Quellen und Fontanili (Grundwasserquellen) gespeistes Feuchtgebiet ist, und in dem noch Reste des antiken Auwaldes und eine bemerkenswerte Vielfalt an Tieren zu finden sind.

6 Die Wallfahrtskirche Madonna delle Vigne

Auf dem Hügel, der zur Grangia Montarolo führt, steht die Kirche Santissimo Nome di Maria, besser als Santuario della Madonna delle Vigne (Wallfahrtskirche der Madonne der Weinberge) bekannt. Die Wallfahrtskirche, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts über ein schon bestehendes Kultgebäude gebaut wurde, ist ein kostbares Beispiel des piemontesischen Barocks. Dieser schon seit Jahrzehnten verlassener Ort ist mit vielen Legenden und Mysterien behaftet. Die bekannteste bezieht sich auf das "Notenblatt del Teufels", ein als magisch angesehenes Palindromstück, das sich in einem Fresko im Inneren des Wallfahrtsorts befindet. Es wird erzählt, dass beim Rückwärtsspielen dieses Stücks, der in der Krypta der Kirche der Abtei von Lucedio gefangen gehaltene Dämons befreit wird.

Zur Vertiefung:Grangien

Die Grangien, wörtlich „Kornspeicher", waren ehemalige Wohneinheiten und landwirtschaftliche Zentren, in denen die Laienbrüder, oder auch Zisterziensermönche fern vom Kloster ein mit Auwäldern bedecktes Gebiet urbarmachten, um es dann einer landwirtschaftlichen Benutzung zuzuführen. Die Grangien spielten eine entscheidende Rolle bei der Umwandlung des Gebietes von Ödland in Ackerboden: Wenn ein Landbesitzer seine Güter zu produktivem Land umformen wollte, sandten die Äbte ihm einen Mönch, den „Granciere", der die Arbeiten zur Urbarmachung leitete. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Arbeit der Mönche im Vercellese maßgeblich für das Entstehen der Landwirtschaft und dem späteren Reisanbau waren: In der Tat waren es die Zisterziensermönche, die im 15. Jahrhundert den Reisanbau einführten. Die Grangien entstanden in der Ebene von Vercelli, genau gesagt im Gebiet zwischen Trino, Crescentino und Larizzate und hatten ihren Hauptstützpunkt in der Abtei St. Maria di Lucedio. Diese 1123 gegründete Abtei erwarb sofort zahlreiche Besitztümer, die einer Grangia zugewiesen wurde.

Wie Sie die Grangien erreichen:

Von Vercelli:Auf der SP1 „Strada delle Grange" (Straße der Grangien) in Richtung Crescentino.In die SP34 in Richtung Lucedio abbiegen.

Von Mailand und Turin: Über die Autobahn E25 und bei der Autoabfahrt Vercelli West abfahren.Auf der SP1 „Strada delle Grange" in Richtung Crescentino.In die SP34 in Richtung Lucedio abbiegen.

Mit dem Fahrrad können Sie die Route N5 des Fahrradwegs Risaie Ciclabili (Radweg der Reisfelder) abfahren.
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