Entdeckung der Baraggia

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TypologieRundfahrten in der Reis

AUF ENTDECKUNG DER „BARAGGIA": REIS, SCHLÖSSER UND NATUR

Die einmalige und faszinierende Landschaft der Baraggia ist nicht nur eines der letzten und wichtigsten Beispiele der Wiesenlandschaften der Poebene, in einem seit dem 17. Jahrhundert stark vom Reisanbau geprägten Gebiet.Auf dieser Route können Sie das Gebiet zwischen Buronzo und Gattinara kennen lernen, und die "Prärie" (Baraggia) des Vercellese entdecken, in dem sich zwischen Hochebenen, Reisfelder und Reste der letzten Savanne Italiens erstaunliche Schätze verstecken.

Eine herrliche Reise zwischen antiken Festungen und kleinen Bauerndörfern im Herzen eines Gebiets, in dem die erste und einzige italienische Reissorte mit geschütztem DOP-Herkunftssiegel entstand.


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1 Das Schutzgebiet „Riserva Orientata delle Baragge"

Ausgedehnte Wiesen und Heideland, die sporadisch von Bäumen oder kleinen bewaldeten Tälern unterbrochen werden. Die Landschaft der Baragge beeindruckt sofort durch ihre Schlichtheit und Ausgewogenheit von Raum und Formen sowie ihre unendliche Grenzenlosigkeit - eine Landschaft, die teilweise an die afrikanische Savanne erinnert. Das 1992 zum Schutz der letzten intakten Savannenflächen eingerichtete Schutzgebiet Riserva Naturale Orientata delle Baragge dient der Wahrung und Erhaltung dieser besonderen Landschaft, die einst große Teile der piemontesischen Poebene bedeckte. Es besteht aus sechs unterschiedlichen Abschnitten in den Provinzen Biella, Vercelli und Novara. In Vercelli befinden sich diese Schutzgebiete zwischen Rovasenda, Roasio, Gattinara und Lenta. Sehr interessant sind diese Landschaften vor allem im Herbst und Sommer aufgrund ihrer spektakulären Panoramen, aber vor allem sind sie ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Vogelarten sind. Die Baragge sind ideal für Ausflüge in die Natur. Das dichte Netz an einfachen Wegen und Schotterstraßen innerhalb des Schutzgebietes weisen nur geringe Höhenunterschiede auf, so dass sie leicht zu Fuß, mit dem Pferd oder dem Mountainbike begangen bzw. befahren werden können.

2 Buronzo

Buronzo kann als der Hauptort der Baraggia betrachtet werden. Dieser kleine charmante Ort ist ein wichtiges landwirtschaftliches und handwerkliches Zentrum, das eine in seiner Art einzigartige Festungsanlage besitzt: das Gemeinschaftsschloss. Das aus sieben Schlössern bestehende historische Borgo geht auf die Adelsfamilie von Buronzo zurück, die sich im 14. Jahrhundert in sieben Herrenfamilien teilte und daraufhin diesen Komplex des Gemeinschaftsschlosses entstehen ließ. Jeder Zweig der Adelsfamilie, bewohnte und kontrollierte einen bestimmten Teil des Schlosses und förderte die Entwicklung der sieben architektonischen Anwesen, so dass um den ältesten Ortskern mit der Zeit stilistisch unterschiedliche Bauten entstanden. Heute erscheint dieser historische Ortskern fast wie ein Filmstudio mit vielen interessanten Kulissen, an denen Gebäude stehen, die Elemente aus unterschiedlichen Epochen wie mittelalterliche Schießscharten, Fassaden aus dem 18. Jahrhundert und die verschiedensten Mosaike bewahrt haben. Unbedingt besichtigen sollte man hier die auf einer Anhöhe stehende Kirche St. Abbondio, zu der man über die Via Castello gelangt, da man von hier einen herrlichen Blick über die Ebene und auf die Bergkette des Monte Rosa hat.

3 Rovasenda

Der in der Mitte der Baraggia gelegene kleine landwirtschaftlich geprägte Ort Rovasenda bewahrt ein herrliches mittelalterliches Schloss aus dem Jahr 1170. Das Castello di Rovasenda ist das Wahrzeichen des Ortes und steht leicht erhöht im Ortszentrum. Die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umstrukturierte Festungsanlage besitzt einen bezaubernden 48 Meter hohen Turm aus dem Jahr 1459, der zu einem der schönsten und best erhaltensten des Vercellese gehört. Besichtigt man Rovasenda, kann man feststellen, dass wenige hundert Meter vom alten Schloss ein weiteres, dem alten sehr ähnliches Schloss steht. Dieses Anfang des 20. Jahrhunderts vom berühmten Turiner Architekten Carlo Nigra gebaute Neue Schloss von Rovasenda wurde vom Grafen Luigi di Rovasenda in Auftrag gegeben, da er das Originalschloss nicht erben konnte und sich so seine eigene Kopie errichten ließ.

4 Lenta

Nicht weit von Rovasenda liegt der kleine Bauernort Lenta, der sowohl in historischer als auch in archäologischer und architektonischer Hinsicht interessante Details besitzt. Der Stadtgrundriss, der ein Mittelweg zwischen dem Grundriss einer Fluchtburg und dem eines Schloss ist, lässt den Ort als eine Art "religiöse Fluchtburg" definieren. Sehenswert ist das Schloss aus dem 14. Jahrhundert, das Sitz eines Benediktiner Nonnenklosters war und für Verteidigungszwecke gebaut wurde. Davon zeugen die Reste der alten Fluchtburg, von denen einige bedeutende Rest wie Häuser und Wege erhalten geblieben sind. Bei der Fluchtburg befindet sich die Pfarrkirche St. Olimpio, die die sehenswerte Krypta von San Biagio aufbewahrt. Andere interessante religiöse Gebäude sind die Pfarrgemeinde Santo Stefano, die im 5. Jahrhundert gegründet worden war, und die mit Fresken versehene Kirche Madonna dei Campi aus dem 11. Jahrhundert. In der Nähe von Lenta befindet sich die Baraggia di Lenta, ein Teil der unter Schutz stehenden Baraggia und der zur Riserva Naturale Orientata delle Baragge gehört.

Zur Vertiefung:Baraggia-Reis DOP

Die besonderen Boden- und Umwelteigenschaften der Ländereien der Baraggia sowie die über die Jahrhunderte von den Reisbauern durchgeführte Auslese ermöglichte eine Qualitätsverbesserung. Der Preis dafür war zwar ein geringerer Ertrag, doch nur so war es möglich, 2007 Italiens erste und einzige Reissorte mit dem DOP Herkunftssiegels zu erhalten: der Baraggia-Reis des Biellese und Vercellese. Laut den Produktspezifikationen sind 28 Gemeinden in einem begrenzten Gebiet in den Provinzen Biella und Vercelli für die DOP-Produktion zugelassen: Arborio, Baldo, Balilla, Carnaroli, S. Andrea, Loto und Gladio. Ernährungstechnisch zeichnet sich der Baraggia-Reis durch eine höhere Kochfestigkeit und eine ausgezeichnete Aufnahme der Geschmäcker und Gewürze aus. Sehr empfehlenswert ist eine Besichtigung der zahlreichen Landwirtschaftsunternehmen, die exzellente Reissorten anbauen.

Wie Sie die Baraggia erreichen:

Von Vercelli: Auf der SP 230 in Richtung Biella.An der Kreuzung in Crocicchio rechts auf die SP3 in Richtung Buronzo abbiegen.

Von Mailand und Turin: Auf der Autobahn A4 bei der Ausfahrt Carisio abfahren. Dann die SP3 in Richtung Buronzo.

Mit dem Fahrrad können Sie die Route N7 des Fahrradwegs Risaie Ciclabili (Radweg der Reisfelder) abfahren.
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