Die Technik des „Puncetto“ aus dem Sesiatal

Die Technik des „Puncetto“ aus dem Sesiatal

Niemand weiß, wer das allererste „puncetto" gefertigt hat und es ist leider auch nicht bekannt, wann dies geschehen ist. Sicher ist nur, dass diese besondere Handwerkskunst von den Frauen aus dem Sesiatal zu einer Zeit erfunden wurde, als diese trotz der Mühen und Strapazen des Alltags noch die Energie aufbrachten, solche Meisterwerke an Präzision und Geduld zu erschaffen.

Die Technik des „puncetto" wird seit Jahrhunderten überliefert und seit jeher verwendet man dazu nur Nadel und Faden. Bei dieser Technik werden tausende kleine Knoten aneinandergereiht, wodurch die wertvollen Stickereien entstehen, welche dann Kleider, Möbel oder Fenster schmücken. Man sagt, dass die unmittelbare Umgebung zur Anregung für die Muster diente, wie zum Beispiel die Eiskristalle, aus denen sich Schneeflocken zusammensetzen. Gelegenheit, diese einfachen, aber trotzdem wunderschönen Fabrikate zu bewundern, bieten die „Bottega Artigiana" (Handwerksladen) von Varallo sowie verschiedene vorübergehende und Dauerausstellungen. Aber die Technik des „puncetto" gehört vielmehr zum Alltag, als dass sie ein Ausstellungsstück darstellen würde. Denn jedes Haus des Tals, in dem die Einrichtung der Urgroßmutter, die von der Tante fabrizierten Vorhänge, oder die Erstlingswerke der Tochter, die gerade dabei ist, diese Technik zu erlernen, aufbewahrt, ist an sich schon ein kleines Museum.