Ein bummel durch Varallo

Ein bummel durch Varallo

TypologieRundfahrten in der Stadt

Schwierigkeiten: leicht

Ausflüge zu Fuß

Empfohlene Jahreszeit: das ganze Jahr

Vom Zentrum kommt man leicht zum Sacro Monte (Heiliger Berg) von Varallo. Es gibt die Wahl zwischen dem alten Fußweg und der Seilbahn, die in der Nähe des Basilica-Platzes abfährt. Oder man nimmt den Wagen bis zum Beginn des Weges zu den Kapellen. Der Sacro Monte von Varallo, seit 2003 Unesco Welterbestätte, ist die älteste unter den italienischen Sanktuarien (1491). Sie besteht aus 50 Kapellen und 800 lebensgroßen Plastiken, entweder aus Holz oder einfarbiger Terracotta, und 4000 Figuren in Fresken, die alle das Drama des Lebens, der Passion und des Todes Christi erzählen. Im Grünen der gleichnamigen Riserva Naturale Speciale (Naturpark), bietet der Sacro Monte Blicke nach Monte Rosa und über das Tal hinüber. Vom mailändischen Franziskaner Bernardino Caimi gewünscht und geplant, wurde er kreiert, um es anderen, die nicht in der Lage waren, selber in das Heilige Land zu reisen, zu ermöglichen, die heiligen Stätten zu besuchen und die Emotionen zu erleben, die durch das Leben Christi in Palästina wach gerufen wurden. Der Sacro Monte, mit seinen Kapellen, die alle einer besonderen Begebenheit der Bibelgeschichte gewidmet sind, ist in zwei Teilen gegliedert: der erste Teil, auf dem Hang und vollkommen vom Grün der Anlage umgeben, beschäftigt sich mit der Erzählung der Bibel von Adam und Eva bis zum Einzug von Jesus in Jerusalem. Die Kapellen des zweiten Teils, der auf der Bergkuppe als Stadt mit Palästen und Plätzen erbaut wurde, erzählen die Geschichten, die in Jerusalem stattfanden, vom letzten Abendmahl, zur Wiederauferstehung, bis hin zur Mariä Aufnahme in den Himmel.

Nach dem Besuch des Sacro Monte geht man entweder zu Fuß oder mit der Seilbahn weiter zur Chiesa di Santa Maria delle Grazie (Mariengnadenkirche). Zwischen 1487 und 1493 auch auf Wunsch von Vater Bernardino Caimi erbaut, ist sie heute ein Nationaldenkmal. Der Innenraum wird vom spärlichen franziskanischen Baustil charakterisiert wobei das Wichtigste aus künstlerischer Sicht der Fresko von Gaudenzio Ferrari aus dem Jahr 1513 ist mit seinen 21 Szenen aus dem Leben Christi, der sich an der Trennwand zwischen dem offenen Raum für die Gemeinde und dem Raum, der für die Funktionsträger reserviert war, befindet. Hier werden alle wichtigen Geschichten erzählt, von der Mariäverkündigung bis hin zur Kreuzigung und Wiederauferstehung Christi. Die Route führt weiter durch den Piazza Ferrari, wo das Gaudenzio-Ferrari-Monument und das dazugehörige Haus stehen, um den aus dem 19.Jahrhundert stammenden Palazzo dei Musei zu erreichen, das die Pinacoteca (Gemäldegallerie), das Museo Calderini und die Scuola Barolo beherbergt. Die Scuola Barolo wurd im Jahr 1838 gegründet und ist der Amateurstudie von Zeichnen und Skulptur gewidmet.

Die Pinacoteca beherbergt Beispiele von Gemälden aus Piemont und Valsesia, die vom 15. bis zum 20. Jahrhundert gehen. Besondere Acht wird den Künstlern geschenkt, die auch bei den Arbeiten auf dem Sacro Monte tätig waren. Mit der Zeit haben Ankäufe und Spenden die Sammlung bereichert, die jetzt mehr als 300 Arbeiten von valsesianischen Künstlern und anderen fasst, aber auch Skulpturen aus Holz, Terracotta, Bronze, Gips, und auch Zeichnungen, Aquarellen und neuerdings eine Sammlung von 165 Beispielen von italienischer Majolika, die aus dem 13. Jahrhundert und später stammen. Das Museo di Storia Naturale Pietro Calderini konzentriert sich auf die geologische und Naturgeschichte von Varallo und Valsesia und beherbergt Sammlungen von Käfern und auch paläontologische, ethnologische und archäologische Ausstellungen. Weiter auf dem Spaziergang durch das Stadtzentrum kommen wir durch die charakteristischen Straßen wie Via Don Maio, die historische Contrada dei Nobili, Piazza San Carlo, Via Orgiazzi - Vicolo del Vino - Via Alberatone, Via Alberganti - die historische Contrada del Burro - um am Ende an den vormaligen Piazza della Tela anzukommen, heute unter dem Namen Piazza Ravelli bekannt. Alle Geschäftsstraßen, Jahrhunderte alt, weisen auch heute immer noch klare Zeichen der früheren Bevölkerung dieser Stadt auf, mit ihren Innenhöfen, Kolonnaden, Fresken und Balkonen. Der Hauptstraße entlang kommt man zur Stiftskirche Collegiata di San Gaudenzio, die auf einem Felsen gegenüber dem restaurierten Piazza Vittorio Emanuele erbaut wurde. Über eine seinerzeit sehr moderne und majestätische Treppe, ist die Kirche, die von 28 Bögen umgeben wird, leicht zu erreichen. Das Originalgebäude entstand aus dem 13. Jahrhundert, wovon heute nur noch der romanische Glockenturm übrig bleibt. Der barocke Innenraum besteht aus einem Hauptschiff mit Seitenkapellen, die mit Gemälden aus den 15. - 18. Jahrhunderten geschmückt sind.