Das Ökomuseum des Gebietes und der Kultur der Walser

Das Ökomuseum des Gebietes und der Kultur der Walser

Das Ecomuseo von Valsesia, gegründet in 1999, setzt sich die Aufwertung des Gebietes im Allgemeinen als Ziel , schützt das historische Gedächtnis und die Ausdrücke der sachlichen Kultur, unterstreicht, wie die menschlichen Tätigkeiten die Gestaltung und die Entwicklung der Landschaft ausgeprägt haben.

Sicherlich haben es die Walser verdient, ein Ökomuseum für sie ganz alleine zu errichten, denn es war dies ein starkes und entschlossenes Volk, das im Mittelalter die Herausforderung der Berge angenommen hat und sich an Orten angesiedelt und sesshaft gemacht hat, die in Höhen liegen, wo damals noch niemand daran gedacht hatte, sich dort niederzulassen. Durch ihr großartiges Talent des Urbarmachens und der Entwaldung sowie ihre Widerstandskraft gegen die harten Lebensbedingungen in so großen Höhen konnten sich die Walser sehr weit ausbreiten. Von Gressoney bis Mittelberg, vom Lystal bis ins Kleinwalsertal, von Italien bis nach Österreich, über die Schweiz und Liechtenstein; all diese Gebiete wurden einst von dem alten alemannischen Geschlecht, das sich bereits im 10. Jahrhundert in Goms, im "Alto Vallese" (daher auch der Name "Walser", von "Vallesani"). Im 12. Jahrhundert nehmen diese Ansiedlungen, auch nach Wunsch der Feudalherren, immer stärker zu und erstrecken sich bis in die südliche Täler des Monte Rosa, vom Formazzatal, auf den Simlon, bis nach Graubünden und Vorarlberg. Diese Ausbreitung diente dazu, um bebaubares Land zu finden und neue Gemeinden, natürlich mit deutscher Sprache, gründen zu können und mit den Feudalherren eine vererbbare Pacht zu vereinbaren, was die Walser später zu den Eigentümern dieser Ländereien gemacht hat.

Alagna
Der Ort Alagna ist in kleine Siedlungen aufgeteilt und hat die ursprünglichen Merkmale der Siedlung der "Valessani" intakt aufrechterhalten. In diesen Siedlungen sind neben den ursprünglich deutschen Ortsnamen ("Zar Chilchu", "Im Grobe", "Zar Sogu", "Zam Steg", "In d'Ekku") auch die typischen Häuser, die gepflasterten Gässchen, der öffentliche Steinbrunnen, der Ofen für das Brot, die eigene kleine Kirche und manchmal sogar die gemeinschaftlichen Mühlen erhalten. Einzigartig sind die Häuser; sie sind zur Gänze aus Holz und ihre Dächer sind mit grauen Steinplatten überdeckt. Die Häuser sind außerdem mit Balkonen aus Gitterwerk umgeben, die einst zum Trocknen von Hanf, Heu und Korn verwendet wurden. Besonders interessant ist das „Walser Museum", ein typisches Walser Haus vom 1628, das unter demselben Dach Wohnung und Stall aufnimmt und Trachten, Einrichtungen, Möbel, Werkzeuge, Gegenstände des Alltagslebens zeigt, die die Geschichte und Kultur der Walser erzählen.

Besonders interessant ist das Walsermuseum, welches Kleidung, Geräte, Möbel, Arbeitsgeräte, Gebrauchsgegenstände des Alltags, ausstellen, die die Geschichte der Kultur der Walser erzählen. Es lohnt sich auch, einen Ausflug zur Walsersiedlung ins Otrotal zu machen, das man in zirka einer Stunde Gehzeit von Alagna aus erreicht; diese Siedlung ist eine der schönsten und am besten erhaltene in den Alpen. Spuren der Emsigkeit der Walser können auch in Resiga gesehen werden, wo die alte Sägerei noch steht, in Uterio mit den beiden Wassermühlen und dem Ofen, der zweimal im Jahr für das große Brotbacken angezündet wurde und in Merletti, wo man noch die Reste des Kalkofens sehen kann. Andere Stätten des Ecomuseums sind die alten Gold-, Silber- und Kupferminen in Kreas, das Theater aus dem 18. Jahrhundert und der Weg zum Turlopass, die die Verbindung zwischen Alagna, Macugnaga und der Schweiz war.

Riva Valdobbia
Wahrscheinlich war das Vognatal die wichtigste Kommunikationsroute zwischen Riva Valdobbia und Gressoney, woher die Walser gekommen sind, um die kleinen Dörfer des Sesiatals zu gründen: heute heißen sie Larecchio, La Montata, Le Piane, La Peccia, Rabernardo, Cambiaveto, Cà Piacentino, Cà Morca, Cà Verno und Cà di Janzo. Und es ist von Cà di Janzo, dass der savoyische Weg "Via Regia" abgeht, der, noch lange vor der Savoyen Zeit, das gesamte Vognatal kreuzte, das ein Zentrum für Walser Siedlungen war (die sehr viel mit den Walser Dörfern in Gressoney gemein haben). Da sind die Terrassen für den Ackerbau, wo die Wälder gerodet und das Land bestellt wurden, wie zum Beispiel in Larecchio. Die Walser haben erfolgreich das Land nach ihren Bedürfnissen gestaltet: zum Beispiel mit der Kanalisation der Gewässer, um die umfangreichen Wasserkräfte auszuschöpfen, die seit jeher im Sesiatal vorhanden sind. In Rabernardo gibt es auch das ethnografische Museum, wo die Sammlung von Originalobjekten die Kostüme und Usancen dieser Bevölkerung darstellen. Auch die Bauweise der typischen Walser Häuser mit ihren klassischen Getreidespeichern ist von großem Interesse. Wie auch in Alagna, das Theater von Riva Valdobbia, mit den Dekorationen aus dem 18. Jahrhundert, ist bemerkenswert.

Mollia
In Piana Fontana steht die alte Fucinamühle: in einem einzigen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert findet man unter einem Dach die Schreinerwerkstatt, den Ofen, das Schmied, die Mühle, den Getreidespeicher und die Heu-und Trockenböden und all die Mechanismen, die mit Wasser gesteuert waren. Es ist einer der wenigen Beispiele von „Werk aus dem 17. Jh.". Dank der genauen Renovierung, die im Laufe der Jahren durchgeführt wurde, wurde das hydraulische Rad wieder in Betrieb gesetzt, das ermöglicht, die Getriebe in Gang zu setzten, die Mahlsteine und Hammer aktivieren lassen. Neben der Mahlsteine befindet sich der Ofen wie er ursprünglich war. Auch heute, an Festtagen, wird die alte Mühle in Bewegung gesetzt, damit Mehl mit natürlichen Produktionsmethoden hergestellt wird. Der Ofen wird benutzt, um Brot zu backen.

In den verschiedenen Ortsteilen kann man oft Steinbrunnen, dekorierte Häuser und Betkapellen mit Fresken von jungen hiesigen Künstlern finden.

Rassa
Das Rassatal ist aufgrund seiner Isolierung sehr charakteristisch; diese Isolierung war die beste Methode, die ursprünglichen Konstruktionen vor dem Fortschritt zu bewahren. Von den ungefähr zehn Sägereien in der Vergangenheit steht noch die Braseisägerei als Flaggschiff des Ecomuseums, während in Cantone Spinfoj es noch eine historische Schreinerwerkstatt gibt. An den Ufern der Bäche Sorba und Gronda befinden sich die Ruinen von Kooperativmühlen, wo Mehl gemahlen wurde, während an den Pfaden in der Nähe die Wassertröge für die Tiere noch stehen, die hier zum Weiden geführt wurden. Unter der Brücke von Pavaraj gibt es noch die Waschstätte, wo sich die Frauen zum Wäschewaschen trafen. In der Umgebung um Rassa gibt es Ausgrabungen für Mahlsteine, während es entlang des Rio Ruachè eine Steinformation gibt, wo Steinplatten ausgegraben wurden. Schließlich, auf der Alpe Massucco, waren Ausgrabungen für einen hochgeschätzten Marmor, der auch beim Bau des Mailänder Doms eingesetzt wurde. Ungefähr 15 Kalköfen sind entdeckt worden, die dazu gebraucht wurden, um Marmor in Kalk zu konvertieren. Auch spielte Holzkohle eine große Rolle, wie man von den verschiedenen Resten der Brennstätten in den Wäldern erkennen kann.

Carcoforo
Auch in Carcoforo waren die Walser zugegen, die von Alagna kamen, wie man von den zahlreichen Alpen an den Hängen in der Nähe des Dorfs sieht: Alpe Ciletto, Busacca del Passone, Giovanchera und Pianelli, die alle Spuren einer Geschichte von intensiver agro-pastoralen Aktivität aufweisen. Aber die Walser Tradition ist noch lange nicht am Ende: in Fornace sind noch der Kalkofen und die Teiche, wo der Hanf eingeweicht wurde; beim Arco di Buona Accoglienza hat das große Walser "Torba" (Scheune) überlebt, während die "Torbe mascherate" (Holzgebäude, die nach einem großen Feuer mit Stein verkleidet wurden) am oberen Ende des Dorfes stehen. Schließlich, am Eguabach stehen noch alte Mühlen, wo man den Hanf verarbeitete und das Mehl mahlte. Nicht nur die alten Gebäude sind von Interesse, es gibt auch das Kunsterbe, das in vielen freskierten Kapellen und Kirchen in der Umgebung zu besichtigen ist. In Tetto Minocco, in einem alten Walser Haus, gibt es auch das Naturmuseum des Naturparks Alta Valsesia.

Rimasco
Die Walser in Rimasco, die aus Rimella und Alagna übersiedelten, wurden mit einer lateinischen Bevölkerung konfrontiert, daher war die Gemeinde nicht so verschlossen wie in anderen Ortschaften. Campo Ragozzi war die erste Walser Siedlung in dieser Gegend und von hier aus startet auch der Fußweg nach Carcoforo, wo die Ruine einer alten wassergesteuerten Sägerei zu sehen ist. In Dorca gibt es noch eine Walser "Torba" (Scheune).

Rima
Auch die Walser in Rima kamen über den Colle del Mud aus Alagna. Rima ist für den Kunstmarmor bekannt, der sowohl im Norden Italiens als auch in anderen Ländern sehr gefragt war, und der mit Gips und Alabaster hergestellt wird. Im Dorf befinden sich das „Casa del Marmo artificiale" (das Haus des künstlichen Marmors), das eine Dauerausstellung und ein Werkstatt-Geschäft aufnimmt, und die Gipsfigurensammlung "Pietro Della Vedova”, die wunderschöne Gipsstatuen erhält, die dem berühmten Bildhauer des 19. Jahrhunderts aus Rima zugeschrieben wurden. .

Rimella
Rimella ist die erste Walser Siedlung, und zwar wahrscheinlich von Migranten gegründet, die über den Colma della Dorchetta kamen, den Kommunikationsweg zwischen den Tälern der Sesia und Anzasca. Hier sind die Häuser mit geschlossenen Bogengänge etwas Besonderes, da die anders sind, als in den anderen Siedlungen. Das Ecomuseum "Casa Eredi Vasina" in Sella Im Inneren der Wohnung, seltenes und perfektes Beispiel der typischen Walser Architektur der Zeit, entwickelt sich einen Wissenspfad, der von der Geschichte und der Herkunft der Walser Besiedelung im Gebiet von Rimella bis zum Leben des Volks ausdehnt, in dem man von Landwirtschaft, Handwerk, Gebiet, Küche, Kunst, Geschäfte und Gewohnheit erzählt. Nicht zu verpassen dazu ist ein Besuch im Museum G.B. Filippa, einzigartiges Beispiel von Sammlung aufklärerischer Art, die dem Dorf Mitte des 19. Jahrhunderts von einem Auswanderer von Rimella gegeben wurde. bietet einen Pfad an, der einem dazu verhilft, die Welt der Walser zu verstehen: ihre Kleidung, ihre Kunst, ihr Handwerk, ihre Art von Ackerbau …

Für Informationen wenden Sie sich bitte an:
Unione Montana Valsesia - Tel. 0039.0163 51555
www.unionemontanavalsesia.it/ComUfficiDett.asp?Id=3328&T