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Weniger verbreitet, aber ebenso wichtig und bedeutend sind einige Arbeitstechniken, die sowohl im Sesiatal als auch im Gebiet um Vercelli praktiziert werden.

Der unechte Marmor ist eine wirklich einzigartige Dekorationstechnik, die es nur noch in Rima gibt und deren ursprünglicher Zweck es war, den Mangel an echtem Marmor wettzumachen, aber auch die überhöhten Kosten des Naturmarmors zu umgehen.

Die Bearbeitung des Topfsteins, der seinerzeit so wie das Holz zur Herstellung von Geschirr verwendet wurde, wird heutzutage viel innovativer und phantasievoller verwendet – man erzeugt daraus z.B. Anhänger, Spielzeug oder Schatullen. Dieses Material kann man im Sesiatal in den nunmehr außer Betrieb gesetzten Steinbrüchen, wie im Gebiet um Stofful oberhalb von Alagna finden. Immerhin gibt es noch einige wenige Menschen, die dieses Handwerk in Varallo und in Alagna noch beherrschen.

Und dann ist da noch die Glasproduktion, welche einzigartige Kunstwerke verschiedenster Art hervorbringt: Angefangen von kleinen Gegenständen wie Tellern, Aschenbechern, Weihrauchfässern, Armbändern und Kettenanhängern bis hin zu wertvollen Lampenschirmen und wunderbaren kunstvollen Verglasungen.

Das Schmiedeeisen verwandelt oft einfache Geländer oder Gitter in wahre Kunstwerke.

Auch der Bau und die Restaurierung von Musikinstrumenten ist in diesem Gebiet von Bedeutung: In Borgosesia und Varallo  gibt es wahre Meister des Saiteninstrumentenbaus, während Vercelli für die Herstellung der weltweit beliebtesten Akkordeons bekannt ist. So entstand 1921 aus der Vereinigung von Handwerksläden, die Akkordeons herstellten, die „Coperfisa", damals noch als „Coopè Armoniche". Trotz der vielen Schwierigkeiten während des Krieges und auch danach haben die Handwerker dank ihrer Starrköpfigkeit die Krise überwunden und behaupten sich heutzutage sogar auf den ausländischen Märkten in Frankreich, Deutschland, Portugal und Brasilien. Jedes Instrument trägt die Inschrift „Vercelli", welche von Hand eingraviert und mit Perlen verziert wird; auch diese Methode darf zu Recht als Kunsthandwerk bezeichnet werden: Denn die Buchstaben werden in Handarbeit gefertigt und auf Leder genagelt oder in die Laden eingewachst. Die Instrumente werden dann von Fachleuten mithilfe von elektronischen Frequenzanzeigern gestimmt. So hat ein traditionelles Handwerk eine moderne Ausprägung gefunden, um bei allen Instrumenten eine einzigartige Klangfülle zu erzeugen.